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Latein

Die lateinische Sprache gilt heute als ausgestorben. Trotzdem sind bis heute normative Werte, die dem Erlernen des Lateins zugeschrieben werden, geblieben. Dies vor allem aufgrund der langen, vornehmlich christlichen Tradition Europas, welche die durch die antiken Römer geprägte Sprache zwar abwandelte, aber im Kern erhalten hat. Vor allem in den Kreisen der herrschenden Elite und der Kirche sowie später der humanistischen Intellektuellen und Philosophen gab es keine Alternative zur lateinischen Sprache. Erst mit den Literaten Dante und Petrarca erhielt zumindest die italienische Volkssprache ab dem 14. und 15. Jahrhundert auch ästhetischen und somit dem Latein gleichwertigen Charakter. Doch in den Bildungsstätten wie Schule und Universität galt das Latein als Unterrichtssprache. Heute muss für viele Abschlüsse an den Universitäten, vorwiegend in den geisteswissenschaftlichen Fächern, grundlegende Kenntnisse des Lateins nachgewiesen werden. Trotzdem gerät der zwingende Erwerb lateinischer Grundkenntnisse zunehmend unter Druck und wird vielerorts auf ein Minimum beschränkt.